Das Phänomen der Solidarno¶æ PL EN DE FR ES RU www.poland.gov.pl
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Virtuelle Zeitung Nr. 38 vorige Nummer (
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Dezember 1981

  • 11-12. Dezember - Unter rücksichtslosen Attacken der Propaganda auf „Solidarität” findet die letzte Sitzung der Landeskommission in Danzig statt.
  • 13. Dezember - Militärputsch des Generals Wojciech Jaruzelski. Verhängung des in der Verfassung nicht verankerten Kriegsrechts auf dem ganzen Staatsterritorium Polens. Festnahme von fast 10 Tausend Aktivisten der „Solidarität” und ihre fristlose Internierung in isolierten Strafanstalten. Außerbetriebsetzung der Telefonverbindungen, Einstellung von Rundfunk- und Fernsehprogrammen. Einschränkung der wichtigsten Bürgerrechte: der Meinungsfreiheit, Druckfreiheit, des Brief- und Korrespondenzgeheimnisses, der Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit. Aussetzung aller Vereine, Gewerkschaften und Hochschulen. In Erwiderung auf dieses Attentat werden mehrere Streiks angekündigt, die brutal niedergeschlagen werden.


Tadeusz £omnicki (Schauspieler):

Ich ging zum Polnischen Theater, um […] an einer Probe teilzunehmen. Und plötzlich bemerkte ich vor dem Staszic-Palast die Milizfahrzeuge, die sog. „suki” („Hündinnen“), in die Professoren und Wissenschaftler der Polnischen Akademie der Wissenschaften unter Kraftanwendung, gezogen an Händen und Füssen, geladen wurden. Dieser Anblick war fürchterlich, bedauerlich und zugleich unvorstellbar. Daneben liefen die wütenden Funktionäre, mit langen Gummiknüppeln, hin und her. […]. Auf der Straße versammelten sich die Leute, es wurden Fenster der Wohnungen geöffnet, man fing an zu schreien und zu skandieren: „Gestapo!, Gestapo!”. Ich schloss mich diesen Stimmen an. Und, indem ich dieser fürchterlichen Szene zuschaute, erinnerte ich mich an das Jahr 1943 und an eine Razzia in Krakau, wo die SS-Männer mitten auf der Straße einem jungen Menschen Fußtritte versetzten. Diese Assoziation war äußerst unangenehm. Man hat uns auseinandergetrieben, Hunderte von Menschen liefen die Straßen hinunter. Ich sah, dass jemand hinter dem vergitterten Fenster der „suka” seine Hand gehoben hat und mit zwei ausgestreckten Fingern ein Siegeszeichen gemacht hat.

Im Theater erfuhr ich, wer verhaftet wurde. Die Telefone funktionierten nämlich nicht. Und die Probe hörte auf, mich zu beschäftigen. Nach der Rückkehr nach Hause verfasste ich einen Brief, in dem ich erklärte, warum ich die Partei verlasse, und gab meinen Parteiausweis zurück.





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Ein Arbeiterhelm auf dem Geschützrohr eines Panzers — lapidarer wäre die Botschaft der „Solidarno¶æ” wohl kaum zu erfassen gewesen (Projekt: M. Pietrzyk).


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Einsatz der Miliz gegen das Volk. Die widerrechtlichen Verhaftungen von Aktivisten und Sympathisanten der„Solidarno¶æ” umfaßten viele Tausende Personen (Foto: Karta).


 
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