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Juni 1981

  • 28. Juni - Eröffnung eines Denkmals in Posen als Gedenkstätte der Opfer der Arbeitnehmerproteste im Jahre 1956, die von den Behörden blutig niedergeschlagen wurden.


Krzysztof Czabañski (Journalist):

Die Menge hört mit Andacht den aus Lautsprechern kommenden Worten zu. Den Worten des Kardinals und der Dichter, den der Arbeitnehmer und Anführer der „Solidarität”. Jugendliche, Pfadfinder, alte Frauen in Trauer, Arbeitnehmer und Beamte - alle sind da.

Sie erinnern sich an den Juni, sie wollen sich daran erinnern. Aber sie wollen auch hören, und sie wollen es sehr, dass jetzt keinem etwas droht, dass sie jetzt das sagen können, was sie denken. Und dass keiner sie betrügt. […]

Die Stadt gewinnt ihre Würde zurück. Die Leute lesen die Worte der Wahrheit, schauen sich Ausstellungen mit Bildern an, sie hören von Schuldigern und Opfern. Und sie wissen, ja, sie wissen es sehr genau, dass gerade diese Tatsache - öffentlich sprechen und beurteilen zu können - die beste Garantie für die Zukunft ist. Das ist die beste Sperre davor, dass sich die Tragödie wiederholt. […]

Das ganze Posen ist sich dessen sehr bewusst, dass die Blumen vor dem Denkmal, den Gedenktafeln oder auf den neu benannten Straßen ein symbolischer Akt der Ehre und des Glaubens aller Polen sind. Die Wahrheit begründet die Würde und die Chance für die Zukunft.



Lech Wa³êsa während der Denkmaleröffnung:

Wir dürfen es nicht zulassen, dass man uns zu entzweien versucht, dass man unter uns Unruhen stiftet. Wir dürfen es nicht zulassen, dass man unter uns nach „antisozialistischen” und „Gegenrevolutionären” Kräften sowie nach „Streitsucht und Hooliganismus” sucht. […] Die Welt der Werktätigen ist keine Konterrevolution.





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Enthüllung des Denkmals für die Opfer der antistalinistischen Arbeiterrevolte im Juni 1956 in Posen (Foto: G. Rogiñski/PAP).


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Vignette der gesamtpolnischen Wochenzeitung „Tygodnik Solidarno¶æ” — des offiziellen Gewerkschaftsorgans. Chefredakteur war Tadeusz Mazowiecki.


 
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