Das Phänomen der Solidarno¶æ PL EN DE FR ES RU www.poland.gov.pl
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Oktober - November 1980

  • In Arbeitsbetrieben entstehen in ganz Polen die Betriebseinheiten der neuen Gewerkschaft. Sie zählt etwa 5 Millionen Mitglieder.
  • 22. Oktober - Der Generalstab der polnischen Armee beginnt mit den Vorbereitungen zur Verhängung des Kriegsrechts.
  • 24. Oktober - Das Wojewodschaftliche Gericht in Warschau trägt die „Solidarität” in das Register der Gewerkschaft ein und nimmt zugleich einseitig Änderungen an der Satzung (z.B. zwecks Begrenzung des Rechts auf Streik) vor. Die „Solidarität” protestiert heftig dagegen.
  • 10. November - Registrierung der Unabhängigen Selbstverwalteten Gewerkschaft „Solidarität” ohne Änderungen, die zuvor durch das Wojewodschaftliche Gericht vorgenommen wurden. Die Gewerkschaft erkennt die leitende Rolle der kommunistischen Partei im Staat an.


I. Sekretär des Zentralkomitees der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei, Stanis³aw Kania während der Sitzung des Politbüros:

Wir haben mit einem Streikamok und einem zur Gänze vorsätzlichen Handeln zu tun. Es handelt sich doch nicht um die Registrierung, sondern darum, diese dafür auszunutzen, um Kraft zu demonstrieren und die Machtorgane zu demütigen. Das ist die Forderung von heute, morgen wird es jedoch andere Forderungen geben. Das ist ein weiterer Ausdruck der Eskalation von Erzwingungen gegenüber von Machtorganen.



Karol Modzelewski (Pressesprecher der „Solidarität”):

Diese Gewerkschaft, wie keine andere in der Geschichte, wurde von einer großen Masse von Menschen mit ihren eigenen Händen errichtet. Diese Gewerkschaft wurde durch Streik erkämpft, auch in denjenigen Arbeitsbetrieben, wo es keinen Streik gab; Leute, die der Gewerkschaft beigetreten sind, bildeten ihre Kettenglieder, sie fühlten nämlich, dass sie vielleicht zum ersten Mal Urheber einer neue Qualität im gesellschaftlichen Leben sind, und ließen sich dieser Urheberschaft nicht mehr wegnehmen. Sie wagten nicht nur den ersten Schritt, sie wagten auch die weiteren - bis zum Ende. Darin steckt die Quelle aller Vorteile und Nachteile dieser Bewegung. Das ist einer der Faktoren, der eine sozusagen zänkische, etwas anarchistische Innenstruktur der Gewerkschaft zu verantworten hat.





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Freude nach der gerichtlichen Registrierung der „Solidarno¶æ” — Lech Wa³êsa mit Blumen (Foto: J. Morek / Forum).


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Eines der bekanntesten Plakate der „Solidarno¶æ” (Projekt: T. Sarnecki).


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Plakat: „Wir fordern die Zulassung des Unabhängigen und Selbstverwalteten Gewerkschaftsbundes «Solidarno¶æ» ohne Änderungen im Statut”.


 
 
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