Das Phänomen der Solidarno¶æ PL EN DE FR ES RU www.poland.gov.pl
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29. August (Freitag)

  • Die Sackgassensituation betreffend den ersten Punkt der Forderungen dauert an.
  • Die Streikwelle im ganzen Land wächst an.
  • Die Parteileitung entscheidet sich in einer geheimen Sitzung für einen weiteren Dialog mit den Streikenden und verwirft die Variante des gewaltsamen Auflösens des Streiks.


Piotr Halbersztat (Journalist der „Polnischen Filmchronik”, hielt sich in der Danziger Werft auf):
Freitag der 29. August war für uns wirklich ein entsetzlicher Tag. Plötzlich wurden alle darüber informiert, dass in Warschau, Lotsch und in Breslau Verhaftungen begonnen hätten. Es schien so, dass zu dem Zeitpunkt, als die Verhandlungen ins Laufen kamen, die Machthaber hingegen Gewalt gewählt hatten. So sahen das alle. In der Werft kam jemand zu mir und meinte: „Hör zu, nimm deine Gruppe und fahr weg aus der Werft. Spätestens bis zum Abend.“ Ich frage, was passiert sei. „Wahrscheinlich fahren in der Nacht Panzer in die Werft.“ - „Das ist unmöglich, unmöglich“ - sage ich. Ich wusste ganz genau, dass alles möglich ist, aber ich wollte nicht sofort daran glauben und ich sage: „Sie können das nicht machen, wir sind hier von Anfang an.“


Aus dem Protokoll der Sitzung des Politbüros des Zentralkommitees (ZK) der Vereinigten Polnischen Arbeiterpartei:


Genosse Tow. Edward Gierek:

Die Situation wird immer gefährlicher, die Streiks weiten sich aus, die Forderungen eskalieren. Ich geb zu, dass ich nicht weiß, was man noch außer dem, was wir schon machen, machen könnte. Die Partei ist nicht mobilisiert, ich denke nicht, dass wir die Situation beherrschen. [...]

Was die freien Gewerkschaften betrifft - immer mehr Leute sprechen sich für freie Gewerkschaften aus. Ich bin dagegen. Aber es gibt jetzt eine bestimmte Situation, es droht ein Generalstreik. Man kann das kleinere Überl nehmen, und dann versuchen, da irgendwie noch heil rauszukommen.



Genosse Gen. Wojciech Jaruzelski (Verteidigungsminister):

Man spricht laut von der Verkündung eines Ausnahmezustandes - dies sieht unsere Konstituiton nicht vor. Es gibt nur den Kriegszustand, den kann man aber auch nicht ausrufen, denn wie soll man die Sanktinen exekutieren, wenn das ganze Land steht. Das ist nicht real. Wir müssen vermeiden, Anweisungen zu geben, die dann nicht exekutiert werden können.





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Tor der Werft — Blick von oben (Foto: W. Górka).


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Verhandlungen Wa³êsa – Jagielski (Foto: A. Ja³osiñski / Forum).


 
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