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17. August (Sonntag)

  • Seit in der Früh kehren Arbeiter zur Danziger Werft zurück. Vor dem Betrieb versammeln sich die Familien der Streikenden und die Bewohner von Danzig/Gdingen/Zoppot.
  • Vor dem Tor der Werft wird eine Feldmesse abgehalten. Die Arbeiter legen einen Platz unter dem Denkmal der gefallenen Kollegen im Dezember 1970 fest.
  • Auf Empfehlung des Streikkommittees gilt in den streikenden Betrieben strenges Alkoholverbot.
  • Die Regierung beruft eine Kommission für die „Überprüfung der Forderungen der Belegschaften und der Probleme des Küstenstreifens” unter dem leitenden Vicepremierminister Tadeusza Pyki ein.
  • In der Nacht formuliert das Streikkommittee eine einheitliche Liste von 21 Streik-Forderungen.


Die ersten vier von 21 Forderungen des Danziger Streikkommittees:
  1. Die Akzeptanz von Freien, von der Partei und von den Arbeitgeber unabhängigen Gewerkschaften, die sich aus der von der Volksrepublik Polen ratifizierten Konvention Nr. 87 der Internationalen Arbeitsorganisation ergeben.
  2. Die Garantierung des Streikrechts und der Sicherheit der Streikenden sowie der unterstützenden Personen. 
  3. Die Einhaltung der von der Verfassung der Volksrepublik Polen garantierten Wortfreiheit, der Druck- und Publikationsfreiheit, und damit auch die Nicht-Unterdrückung von unabhängigen Verlagen und die Zur-Verfügung-Stellung der Massenmedien für alle Konfessionen. 
  4. Die Zurückgabe von früheren Rechten: 
    • der nach den Streiks 1970 und 1976 entlassenen Menschen, der von den Hochschulen aufgrund ihrer Überzeugung verwiesenen Studenten 
    • die Freilassung aller politischen Gefangenen


Bogdan Borusewicz:

Die Forderungen wurden so angelegt, dass die Verhandlungspolitik mitbedacht wurde. Vom schwierigsten zum leichtesten Punkt - und so sollte es durchdiskutiert werden. Sogar wenn man aus taktischen Gründen den ersten Punkt auslassen würde und ihn für eine spätere Behandlung aufheben würde, so würde man dann wieder auf ihn als den Hauptpunkt zurückkommen. […]

Es war damals wichtig, dass die Sovjets keinen Vorwand für eine Intervention hatten, wie in der Tschechoslowakei im Jahre 1968. 21 Forderungen und deren erster Punkt wurden zum Beispiel für die Streikenden - für Betriebe ohne oppositionelles Personal.



Edmund Soszyñski (Werftarbeiter):

Seit den frühen Morgenstunden begannen sich Leute aus Danzig/Gdingen/Zoppot vor dem zweiten Tor zu versammeln, und auf dem Areal der Werft war es ruhig und leer, nur beim Altar stellten ein paar Personen die Dekoration fertig. Die Werftarbeiter in den Abteilungen trafen auch Vorbereitungen - alle rasierten sich und zogen saubere Schutzanzüge an. So wollten sie ihren Glauben an Gott und ans Vaterland dokumentieren. Noch vor der Messe gab es solche Werftarbeiter, die mit diesen Änderungen kaum einverstanden waren und sogar meinten, dass während der Messe Panzer angefahren kommen würden, aber diese Meinungen hatten keinerlei Bedeutung, weil zur Zeit, als die Messe begann - um 9 Uhr - ein Geist des Sieges und Friedens herrschte, an dem es so sehr am Samstag, den 16. August gemangelt hatte.





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Holztafeln mit den 21 historischen Forderungen des Überbetrieblichen Streikkomitees in Danzig (Foto:. Karta).


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Holztafeln mit den 21 historischen Forderungen des Überbetrieblichen Streikkomitees in Danzig (Foto:. Karta).


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Gottesdienst auf dem Gelände der Werft (Foto: G. Nawrocki).


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Plakat „21 x Ja”, das sich auf die 21 Streikforderungen bezieht.


 
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