Das Phänomen der Solidarno¶æ PL EN DE FR ES RU www.poland.gov.pl
Suchmaschine Weiterempfehlen an Bekannte Seitenplan Kontakt
Virtuelle Zeitung Nr. 3 vorige Nummer (
2
)
      nächste Nummer (
4
)
16. August (Samstag)

  • Die Direktion der Danziger Werft geht auf die Forderungen der Arbeiter ein, diese jedoch entschließen sich weiterzustreiken, als Geste der Solidarität mit den Belegschaften von anderen Betrieben.
  • In der Nacht berufen die Vertreter von 21 streikenden Betrieben ein überbetriebliches Streikkommittee ein, mit Lech Wa³êsa an der Spitze.
  • Es entsteht ein besonderer Stab im Innenministerium, um die Operation „Sommer 80” zu führen, die zum Ziel hat, die Situation zu beherrschen.


Edward Appel (Wirtschaftswissenschaftler von der Werft):

Es ist bald 15 Uhr. Vom schweigenden Lautsprecher hört man zuerst irgendein Knallen, dann Klopfgeräusche, zwischen denen man ein Stimmengewirr von erhobenen Stimmen hört, danach dringt die Stimme von Wa³êsa durch: „Wir haben eine Übereinkunft erreicht, wir haben die Unterschriften, welche die Ausführung unserer Forderungen garantieren. Ich beende hiermit den Streik der Danziger Werft.”

Wir gratulieren einander, fallen einander um den Hals. Ich kann die Tränen nicht zurückhalten.

Während wir die Ereignisse der letzten Stunden kommentieren, gehen wir in Richtung des dritten Tores. Wir nähern uns und kommen in die Menschenmenge, die wellenartig zum Ausgang drängt. Es stellt sich heraus, dass die Tore verschlossen sind.

„Was ist geschehen?” - fragt man von verschiedenen Seiten. Und wir hören, dass der Streik in der Werft zwar abgeschlossen wäre, aber ein Solidaritätsstreik gerade begonnen hätte. Es stellt sich heraus, dass sich Delegierte von anderen, kleineren Betrieben, die keine Chance haben, dass ihre vorgelegten Forderungen positiv erledigt werden, an die Werftarbeiter gewendet haben.



Bogdan Borusewicz (Aktivist der Freien Gewerkschaften):

Die Leute gingen nach Hause, als sie 1500 Zloty mehr hatten. Es entstand eine eigenartige Situation - der Streik war eigentlich zu Ende, aber wir blieben in der Werft, die Polizei konnte in jedem Augenblick eintreten, weil wir nicht viele waren… Das war die schlimmste Nacht.





Durch Anklicken vergrößern
Lech Wa³êsa spricht zu den Streikenden (Foto: Z. Trybek / Karta).


Durch Anklicken vergrößern
Flugblatt — Mitteilung des Überbetrieblichen Streikkomitees in Danzig.


 
vorige Nummer (
2
)
      nächste Nummer (
4
)